Umweltlabels und -zertifizierungen

Umweltlabels und -zertifizierungen

Die in den 1990er Jahren entstandenen Umweltlabels und -zertifizierungen haben sich in den 2000er Jahren weit verbreitet, angetrieben durch Vorschriften, die Gebäude dazu bringen, energieeffizienter zu sein und den Komfort der Bewohner zu berücksichtigen.
Hier ein Überblick über die in der Schweiz am weitesten verbreiteten Umweltlabels.
Sie zertifizieren nicht ein bestimmtes Produkt, sondern ein Gebäude als Ganzes.

Minergie (-P, -A)

Minergie Logo

Seit 1998 ist Minergie das wichtigste Schweizer Baulabel für neue und renovierte Gebäude. Es wird von der Wirtschaft, den Kantonen und dem Bund getragen und basiert auf Schweizer Normen und Gesetzen. Es konzentriert sich vor allem auf die Energieeffizienz von Gebäuden, die Nutzung erneuerbarer Energien sowie den Komfort der Bewohner.

Minergie-ECO: Die ECO®-Ergänzung zu den Minergie®-Standards wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein ecobau entwickelt (der unter anderem Dokumente zur Verfügung stellt, die den Einsatz von nachhaltigen Baumaterialien fördern). Es berücksichtigt auch Aspekte der Gesundheit und der Bauökologie, z. B. :

  • Licht, das die innere Uhr des Menschen synchronisiert.
  • Lärm, der, wenn er zu präsent ist, die Konzentration und den Schlaf stören kann.
  • die Qualität der Raumluft
  • die Herkunft und Verfügbarkeit von Rohstoffen
  • die Herstellung der Baustoffe und ihr jeweiliger Energieverbrauch
  • die Möglichkeiten der Wiederverwertung der verschiedenen Materialien beim Rückbau.

SNBS

SNBS

Der neuere SNBS-Standard für Gebäude (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz) deckt alle Aspekte der Nachhaltigkeit (Gesellschaft, Wirtschaft und Ökologie) in den Phasen der Planung, des Baus und des Betriebs eines Gebäudes ab. Er baut auf bestehenden Instrumenten und Werkzeugen wie der Empfehlung SIA 112/1 "Nachhaltiges Bauen - Hochbau", den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft oder den Anforderungen von Minergie-ECO auf. 

LEED

LEED

Der LEED-Standard (Leadership in Energy & Environmental Design) stammt aus den USA und wurde 1999 vom U.S. Green Building Council (USGBC) entwickelt. Es ist das international bekannteste Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen. 

In der Schweiz spielt dieses Label bei Neubauprojekten eine immer wichtigere Rolle. Da seine Anwendung durch amerikanische Normen und Gesetze geregelt wird, wurde es in mehreren Ländern unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten angepasst. In unserem Land ist es der Green Building Verein, der sich zusammen mit den auf LEED spezialisierten Partnern dafür einsetzt. 

Die LEED-Zertifizierung legt grossen Wert auf Energieeffizienz, berücksichtigt aber auch andere Aspekte der Nachhaltigkeit. 
Um die LEED v4-Zertifizierung zu erhalten, müssen Bauprojekte bestimmte Vorbedingungen erfüllen und Punkte sammeln, um verschiedene Zertifizierungsstufen zu erreichen:

  • Zertifiziert (40-49 Punkte)
  • Silber (50-59 Punkte)
  • Gold (60-79 Punkte)
  • Platin (80+ Punkte)

DGNB

DGNB

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wurde in Deutschland im Jahr 2007 gegründet. In der Schweiz zertifiziert die Schweizerische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI) Gebäude nach dem umfassenden DGNB-System.

Dieses basiert auf der europäischen Nachhaltigkeitsnorm CEN/TC 350 (SIA 490 - Nachhaltigkeit von Bauwerken - Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden) und wurde für die Bewertung von Gebäuden an die Schweizer Verhältnisse angepasst.