Case Study

Aquabasilea : eintauchen, erleben, staunen

Nur einen Steinwurf vom antiken «Augusta Raurica» entfernt, eröffnet im März 2010 die vielfältigste Badewelt der Schweiz ihre Tore. Wo sich also bereits die alten Römer im Nass vergnügten, finden auch Zeitgenossinnen und Zeitgenossen bald ihren Freizeitspass. Der gesamte 230 Millionen Franken teure Aquabasilea-Komplex umfasst neben der Bäder- und Sportwelt auch ein Hotel, Gewerbeflächen und einen Büroturm. Dabei verpflichtet sich das innovative Projekt dem nachhaltigen Umgang mit Energie – unter anderem mit einer überdurchschnittlichen Dämmung von der Saint-Gobain ISOVER AG.

Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus erlangte das Plantschen in öffentlichen Bädern hohe Bedeutung. Das gemeinsame Schwelgen in warmem Wasser etablierte sich als sozialer Mittelpunkt des Lebens und gehörte zum Tagesablauf der Römerinnen und Römer. Dass der neue Aquabasilea-Komplex in geographischer Nähe zu den antiken Thermen entsteht, mag Zufall sein, hat die Suche nach einem geeigneten Standort doch fast 10 Jahre beansprucht. Doch was sich ab März 2010 den Familien, Businessleuten und allen anderen Freizeitliebenden bieten wird, hätte auch manche römische Edeldame und manchen Imperator in Erstaunen versetzt.

Beeindruckende Kuppel über der Bäderwelt

Das Herzstück der Anlage bildet auf über 13'000 Quadratmetern, also der Fläche von zwei ganzen Fussballfeldern, eine Bäderlandschaft, die von einer imposanten Holz-Kuppel-Konstruktion überspannt wird. Allein der Firstring in der Dachmitte wiegt 36 Tonnen und ist wohl der grösste seiner Art weltweit. Die einzelnen Streben, die von ihm sternförmig ausgehen, sind bis zu 40 Meter lang. Unter dem Schutz des imposanten Daches werden grosse und kleine Erlebnishungrige in einem Wildbach, einem Wellenbad oder auf unzähligen sich in bunten Farben durch die Halle und den Aussenraum schwingende Wasserrutschen auf ihre Kosten kommen. Für die besonders Actionhungrigen bietet sich die 16 Meter lange Free Fall- oder die stockdunkle Black Hole-Rutsche an. Manch eine Wasserratte wird nach so viel Aufregung gerne zu einem der entspannenden Angebote wechseln, etwa zum Badesee mit Grotte. Aber auch Entspannungs- und Massagebecken, ein kühler Drink an der Poolbar, oder eine abwechslungsreiche Sauna- und Spa-Landschaft stehen zur Verfügung. Und diejenigen, denen die Entspannung schon wieder zu viel wird, finden im angrenzenden Fitnesscenter ein Betätigungsfeld.

Alles in einem

Aquabasilea ist aber nicht nur ein Erlebnisbad – der Gesamtkomplex vereint exemplarisch die Bereiche Arbeiten, Schlafen und Freizeit. Rund um die Bäderwelt reihen sich ein Hotel, Dienstleistungsbereiche und Büroräume. Sie alle werden vom Freizeitangeboten in unmittelbarer Nachbarschaft profitieren – und umgekehrt. Das Courtyard by Marriott Hotel, die Verkaufsflächen und die medizinischen Praxen im Kopfbau empfangen die Besucherinnen und Besucher beim Eintritt in die Phantasiewelt. Mit innovativen Raumkonzepten, etwa der Hotellobby über mehrere Stockwerke, trumpfen sie im Wettbewerb unter Konkurrenten auf. Die Mitarbeitenden der Firmen im 45 Meter hohen kreisrunden Büroturm dürfen sich ebenfalls an speziellen Grundrissen erfreuen. Die hellen Büroräume weisen durch die gebogene Aussenwand eine spannende Arbeitsumgebung auf. Daneben geniessen die Businessleute eine wunderbare Aussicht auf die nahen sanften Jurahügel, die Ausläufer des Schwarzwaldes und die fernen Vogesen – immer mit dem Wissen, dass ihnen die Feierabendentspannung im wahrsten Sinne des Wortes zu Füssen liegt.

Vielfältige Architektursprache

In jedem einzelnen Funktionsbereich von Aquabasilea ist ersichtlich, was dem Architekten Prof. Dr. Justus Dahinden ganz besonders am Herzen liegt: die Auseinandersetzung mit der Wirkung von Raumgestaltung auf das Verhalten und Empfinden von Menschen. Durch die vielfältige Nutzung stellt jede Zone andere Ansprüche an die Funktionalität und ist deshalb auch in einer anderen Formensprache umgesetzt. Damit erreicht der Architekt, dass sich die Besucherinnen und Besucher ebenso heimisch fühlen wie die Angestellten.

Effiziente Dämmung

Neben den hohen architektonischen Ansprüchen standen Aspekte wie Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Zentrum der Planung. Mit einer ausgeklügelten Gebäudehülle ist nicht nur im übertragenen Sinne der Rahmen dafür geschaffen worden. Saint-Gobain ISOVER AG war zusammen mit Rytz Industriebau für etwa 6'500 Quadratmeter hinterlüftete Fassade und rund 1'200 Quadratmeter Dachfläche verantwortlich, insbesondere am Hotelbau und am Büroturm. Die langjährige Erfahrung und die gute Zusammenarbeit war dabei die Grundlage für eine aufeinander sorgfältig abgestimmte Konzeption und eine effiziente sowie qualitativ einwandfreie Umsetzung. Vor allem der wind- und wetterexponierte Büroturm stellt hohe Anforderungen an die Materialien, die sehr grossen Temperaturschwankungen und Bewegungen standhalten müssen. Zudem galt es auch den gerundeten Grundriss zu berücksichtigen bei der Wahl des Dämmmaterials und der Aussenkassetten.

Damit die Montage möglichst effizient und ohne unnötige Arbeitsschritte ausgeführt werden konnte, lieferte ISOVER die Dämmstoffe teilweise in speziell zugeschnittenen Rollenbreiten. Dies ist nur ein Beispiel unter vielen, die das riesige und komplexe Bauvorhaben mit engem Zeitplan überhaupt möglich machten. Unter der Federführung der Generalunternehmerin Marazzi ist schlussendlich das Ineinandergreifen aller einzelner „Zahnräder“ sichergestellt und eine termingerechte und einwandfreie Fertigstellung von Aquabasilea ermöglicht worden.

 

Innovative Energieversorgung

Selbst mit der energieeffizienten Gebäudehülle ist der Energiebedarf von Aquabasilea immens. Allein für die Wasserwelt gilt es Unmengen von Wasser aufzubereiten und zu temperieren sowie die überdimensionalen Räume zu klimatisieren. Die Bauherrin Credit Suisse rechnet mit einem Wärmebedarf für das ganze Areal zwischen 10 und 11 MWh pro Jahr, wobei über 80% für die Wasserwelt eingesetzt werden dürften. Trotz diesen hohen Energiebedürfnissen haben es die Planer geschafft, eine nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung sicherzustellen. Etwa 85% des Energiebedarfs werden durch die Nutzung der anfallenden Abwärme des in nächster Nähe gelegenen Chemieindustriebetriebs der SI-Group gedeckt, weiter kommen erneuerbare Energien wie Photovoltaik zum Einsatz. Damit können jährlich ca. 900‘000 Liter Heizöl gespart werden! Dass praktisch keine klassischen Energieträger genutzt werden, ist die eigentliche Innovation an Aquabasilea.

Diese Nutzung wird möglich dank eines langjährigen Energiecontractings zwischen den regionalen Energiedienstleistern IWB und EBL, der SI-Group und Aquabasilea, von dem alle Partner profitieren. IWB und EBL stellen mit Investitionen und eigenen Anlagen sicher, dass genug Heizwärme vorhanden ist. SI-Group und Aquabasilea verpflichten sich, die Wärme zu liefern beziehungsweise zu beziehen, und erhalten im Gegenzug langfristig festgesetzte Preise. Dadurch können die Kosten auf Jahre hinaus genau kalkuliert werden. IWB und EBL können dank der Laufzeit über 20 Jahre ihre Investitionen von rund 5 Millionen Franken amortisieren.

 

Ökologisch Bauen ist auch ökonomisch Bauen

Laut Saint-Gobain ISOVER AG lohnt sich eine langfristige Denkweise in jedem Fall. Über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes gerechnet, entsprechen Landerwerb und Erstellung etwa einem Viertel, während Unterhalt, Betrieb und Rückbau drei Viertel der Kosten ausmachen. Es lohnt sich also, bereits bei der Planung und der Materialwahl auf eine Optimierung des künftigen Betriebs zu achten. Leicht erhöhte Baukosten lassen sich durch tiefere Unterhaltskosten mehr als kompensieren. Und letztlich profitiert davon auch die Umwelt!

 

ISOVER-Dämmstoffe aus Recycling-Glas

Auch am Beispiel der ISOVER-Dämmstoffe lässt sich zeigen, dass Ökologie und Ökonomie sich nicht ausschliessen, im Gegenteil: mit Rücksicht auf die Umwelt lassen sich Kosten sparen. Als Rohstoff wird über 85 % Recyclingglas eingesetzt. Dieses «Abfallprodukt» ersetzt natürliche Ressourcen, muss nicht erst aufwändig gewonnen werden, und ist erst noch in der Nähe verfügbar, was Wege und Kosten spart. Ein weiterer Vorteil in der Produktion der Glaswolldämmstoffe: Recyclingglas muss weniger heiss erhitzt werden – das reduziert den CO2-Ausstoss und spart Energiekosten. Für den Transport ab dem Werk im waadtländischen Lucens werden die Glaswolldämmstoffe komprimiert. So haben fünf Mal mehr Dämmstoffe in einem Bahnwagen oder auf einem Lastwagen Platz. Entsprechend reduzieren sich Umweltbelastung und Transportkosten. Nicht zuletzt sparen die hocheffizienten Dämmstoffe mit geringem Gewicht Baumaterialen, weil eine leichte, wenig materialintensive Konstruktion gewählt werden kann.