Case Study

Hutte Monte Rosa : Behaglichkeit & Komfort auf Knapp 3'000m.ü.M.

Inmitten der imposanten Walliser Bergwelt funkelt die Neue Monte Rosa-Hütte wie ein Kristall über dem Gletscher. Das eindrucksvolle Bauwerk der ETH Zürich und des Schweizer Alpen-Clubs SAC wurde Ende September 2009 eröffnet. Saint-Gobain ISOVER AG hat mit ihrer Unterstützung am Projekt gezeigt, dass eine effiziente Dämmung auch unter extremen Bedingungen auf fast 3’000 m.ü.M. einen massgeblichen Beitrag zu nachhaltigen Gebäuden leisten kann.

Hoch oben über Zermatt thront das Vorzeigeobjekt für energieeffiziente Gebäude und für mehrgeschossige Holzbauten: Die Neue Monte Rosa-Hütte. Das kristallförmige Gebäude ist komplett mit ISOVER Glaswolle gedämmt. In diesem Gemeinschaftsprojekt ist das Wissen der ETH Zürich, des Schweizer Alpen-Clubs SAC sowie die Fachkompetenz weiterer Firmen aus der Bau- und Energiebranche – darunter auch Saint-Gobain ISOVER – vereint.

Eine Idee entsteht

Im Rahmen der 150-Jahr-Feierlichkeiten der ETH Zürich entstand die Idee, mit einem visionären Bauprojekt eine Art Denkmal für Ingenieurswissen zu errichten. Als Objekt für die Umsetzung wurde die renovationsbedürftige Monte Rosa-Hütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC ausgewählt, wobei man einen Neubau der Renovation der alten Hütte vorzog. Innerhalb des Departements Architektur der ETH Zürich entwickelten Studierende unter der Leitung von Prof. Andrea Deplazes während zwei Jahren das Konzept. Ziel war es, ein zukunftsweisendes, energetisch und ökologisch nachhaltiges Projekt zu realisieren und damit im Baubereich die technischen Möglichkeiten für die Zukunft aufzuzeigen. «Als ISOVER davon erfuhr, fiel die Entscheidung nicht schwer: Wir wollten uns an diesem anspruchsvollen Projekt beteiligen!», so Richard Krebs, CEO von ISOVER Schweiz. Denn für die Umsetzung des ambitionierten Energiekonzepts der Neuen Monte Rosa-Hütte ist eine hochleistungsfähige Dämmung auf dem neusten Stand der Technik nötig. Für ISOVER ist das eine ausgezeichnete Gelegenheit, ihre Produkte und ihr Fachwissen unter Beweis zu stellen.

ISOVER leistete in verschiedener Hinsicht einen wichtigen Beitrag zum Bau der Neuen Monte Rosa-Hütte: Einerseits unterstützte ISOVER zusammen mit Rigips AG, Schweizer Produzentin von Gipsbauteilen und ebenfalls Teil der Saint-Gobain Gruppe, als Mastersponsor den Bau finanziell. Ein Teil der Sponsoringleistung galt ISOVER dadurch ab, dass die Firma hochwertige Produkte für die Dämmung der Gebäudehülle zur Verfügung stellte. Andererseits unterstützte ISOVER die Planer der Neuen Monte Rosa-Hütte bei der Konzeption des Aufbaus der Gebäudehülle. Martin Bohnenblust, Leiter Bautechnik bei Saint-Gobain ISOVER AG, stand mit seinem praktischen Fachwissen für einen umfassenden Brand-, Feuchtigkeits-, Wärme- und Schallschutz unter extremsten Bedingungen auf 2’883 m ü. Meer beratend zur Seite.

SAC-Hütte mit nachhaltigem Energiekonzept

Das Gebäude erreicht einen für diese Lage aussergewöhnlich hohen Energie-Autarkiegrad von 90 Prozent. Dieser weit überdurchschnittliche Standard wird durch Energieeffizienz und durch den Einsatz von erneuerbaren Energien ermöglicht. Eine effizient gedämmte und luftdichte Gebäudehülle senkt im Zusammenspiel mit einem durchdachten Lüftungssystem den Energiebedarf des Gebäudes massiv. Sie verhindert jeden unnötigen Wärmeverlust, so dass selbst die Körperwärme der Besucher zu einer massgeblichen Energiequelle für die Regulierung der Raumtemperatur wird. Strom und Warmwasser der SAC-Hütte werden zum grössten Teil aus den Sonnenkollektoren und Photovoltaik-Elementen an der Gebäudeaussenhülle gewonnen. Ein Miniblockheizkraftwerk, welches mit Rapsöl betrieben wird, besorgt zu Spitzenzeiten den Rest. Die weiteren nötigen Ressourcen werden ebenfalls möglichst nachhaltig bewirtschaftet: den Wasserhaushalt reguliert eine Kaverne, in der Schmelzwasser gesammelt wird, sowie die hauseigene Kläranlage. Doch der Standard ist nicht nur bei der Technologie äusserst hoch; gleichzeitig bietet die Neue Monte Rosa-Hütte ihren Besuchern einen ungewohnten Komfort.

Montage und Bau an ungewöhnlicher Lage

Der Bau der Berghütte über dem Monte Rosa Gletscher war ein äusserst anspruchsvolles Unterfangen. Aufgrund der hochalpinen Verhältnisse stand für die Bauarbeiten vor Ort während der kurzen Sommersaison ein Zeitfenster von knapp fünf Monaten zur Verfügung. Im Sommer 2008 wurde die Baustelle mit ersten Sprengungen vorbereitet und der Montagetisch aus Stahl verankert. Im August 2008 fand die Grundsteinlegung statt, bevor mit dem Wintereinbruch im Monte Rosa-Gebiet wieder Ruhe eingekehrte.

In der Winterpause wurde im Tal weitergearbeitet. Die Holzbau AG in Mörel fertigte mit ISOVER Glaswolle gedämmte Wand- und Deckenelemente aus Holz an. Im Mai 2009 wurde die Baustelle von Hand freigeschaufelt und die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Unter der Leitung von Generalplaner Hans Zurniwen wurden um die 420 Holzelemente per Helikopter auf die Baustelle geflogen und montiert, und eine zusätzliche Aussendämmung angebracht. Der Holzbau wurde anschliessend mit einer wind- und wetterfesten Metallverkleidung umgeben und die Aussenhülle schliesslich im August 2009 mit Photovoltaik-Elementen verkleidet. Der Innendekorateur sorgte mit einem innovativen Holzbaustil für ein heimeliges Ambiente in den Schlaf- und Aufenthaltsräumen.

Die Bauarbeiten verliefen nach Plan und konnten ohne nennenswerte Schwierigkeiten fertig gestellt werden. Ende September 2009 fand die offizielle Eröffnung statt. Ab März 2010 wird der «Bergkristall» den normalen Gästebetrieb aufnehmen. Alpinisten erreichen die Hütte nach knapp dreistündiger Bergwanderung mit Gletscherüberquerung. Die Hütte dient als Ausgangspunkt für verschiedene Hochtouren. Doch ein Besuch lohnt sich auch für Nicht-Alpinisten: Nebst dem Ausblick auf das Matterhorn und andere 4’000er der Walliser Alpen ist auch die Neue Monte Rosa-Hütte eine Sehenswürdigkeit für sich!

Verwendete ISOVER-Produkte

Beim Bau der Neuen Monte Rosa-Hütte kamen im Aussenwandbereich primär ISOVER PB F 032-Produkte zum Einsatz. ISOVER PB F 032 ist ein ökologischer, nicht brennbarer Dämmstoff mit einer deklarierten Wärmeleitfähigkeit von λD 0.032 [W/m K], der einen optimalen Kälteschutz im Winter und einen optimalen Wärmeschutz im Sommer garantiert.

Bei der Dämmung der Decken und Innenwände wurde ISORESIST 1000 036 verwendet. Dabei handelt es sich um die erste und einzige Glaswolle mit einem Schmelzpunkt von >1000 Grad Celsius nach DIN 4102, Teil 17. Dadurch kann dieser nicht brennbare und feuchteunempfindliche Dämmstoff gerade bei Holzbauten einen optimalen Brandschutz garantieren.