Case Study

Businesspark Köniz

In Bern Liebefeld entsteht seit Februar 2005 einer der vier grössten MINERGIE-Bauten in der Schweiz: der Business Park Köniz. Am 23. März 2006 lud die Saint-Gobain ISOVER AG auf die Baustelle ein, um anlässlich von Fachreferaten und einer Baustellenführung über dieses interessante Gebäude zu informieren und um einen Blick hinter die hoch effiziente MINERGIE-Fassade zu ermöglichen.

Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung und des zunehmenden Energiekonsums der modernen Gesellschaft organisierte die Firma Saint-Gobain ISOVER AG eine Baustellen- führung in einem MINERGIE-zertifizierten Gebäude. Vierzig Prozent des europäischen Energieverbrauchs wird für Beheizung und Klimatisierung von Gebäuden benötigt, wie Richard Krebs, CEO und Verkaufs-/ Marketingdirektor der Saint-Gobain ISOVER AG, anlässlich seines Referats erklärte. Damit die Umwelt für unsere Nachkommen erhalten bleibt, gilt es eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Die Isolation ist die mit Abstand wichtigste Massnahme, wenn es darum geht, den Energiekonsum eines Gebäudes zu reduzieren. Durch eine gute Dämmung können bis zu achtzig Prozent des Energie-verbrauchs eingespart werden. Die Saint-Gobain ISOVER AG steuert mit ihren Produkten einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in diesem Bereich mit einem sehr hohen Energiesparpotential bei. Im Bereich der Energiequellen können nachhaltige Massnahmen getroffen werden, indem man erneuerbare Energien wie Sonne, Wind und Wasser nutzt - im Gegensatz zu fossilen Energiequellen, welche eines Tages aufgebraucht sein werden, belasten diese die Umwelt nicht mit CO2.

MINERGIE


MINERGIE ist ein Qualitätslabel für Neubauten und modernisierte Altbauten aller Gebäudekategorien, welches die Bauqualität eines Gebäudes über den Energieverbrauch bewertet. Die Kombination aus einer gut gedämmten Aussenhülle sowie einem mechanischen Lüftungssystem schafft optimale Komfortverhältnisse und führt zu einer deutlichen Energieeinsparung – sowohl beim Heizen als auch beim Kühlen des Gebäudes. Reduzierte CO2-Emissionen sind ein starkes Argument für eine nachhaltige Bauweise. Hinzu kommt die Werterhaltung, welche ein MINERGIE-Gebäude mit sich bringt: Laut einer Studie der Zürcher Kantonalbank ist ein MINERGIE-Gebäude nach 30 Jahren 9% mehr wert als ein konventionelles Haus. Mehrkosten aufgrund der bessern Bauqualität lassen sich zusätzlich durch die eingesparten Energiekosten kompensieren. 
Der Business Park Köniz wurde bereits bei der Projektentwicklung in Zusammenarbeit mit Experten der Energie Atelier AG auf die MINERGIE-Zertifizierung ausgerichtet. Sowohl der Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Property Plus als Bauherr als auch die Swisscom Mobile als zukünftige Nutzerin bekennen sich in ihrer Firmenpolitik zum nachhaltigen Bauen.

Hinterlüftete Glasfassade


Das rund 150 mal 40 Meter grosse, insgesamt siebenstöckige Gebäude beeindruckt durch seine charakteristische Form, welche ihm durch die Unterteilung des Objektes in einen Kopfteil und drei Sektoren verliehen wird. Die drei Sektoren bilden ein E-förmiges Konstrukt. Die dabei entstandenen drei Innenhöfe werden als hochwertige Park- und Wasserlandschaft gestaltet. Die Fassade des Business Park Köniz wurde vom Architekturbüro Krattinger & Page mit einer dem Energiekonzept angepassten Aussenhaut ausgestattet. Diese besteht zum einen aus horizontal teilweise versetzten Fensterbändern und zum anderen aus einer hinterlüfteten Glasfassade, welche dem Business Park Köniz einen idealen Sonnen- und Wetterschutz bietet und somit die energietechnischen Vorgaben für die MINERGIE-Zertifizierung erfüllt. Zudem verleiht diese Fassade dem Business Park Köniz trotz seinen beträchtlichen Dimensionen eine Dynamik und Leichtigkeit, welche je nach Lichteinfall dank Tiefenwirkung und Reflektion variiert.

Direkt auf die Backsteinwand werden dabei ISOVER PB F Glaswolldämmplatten montiert. Als Bekleidung wählte man transparente Glasplatten, welche auf eine Metallunter-konstruktion montiert wurden, um die Belüftungsebene zu gewährleisten. Da durch das Fugenbild zwischen den einzelnen Glasplatten die Isolierung sichtbar ist, wurden die ISOVER PBF Platten für den Business Park Köniz grauschwarz eingefärbt, um der Fassade ein farblich abgestimmtes Aussehen zu verleihen. Auch die Plattengrösse wurde speziell für den Business Park angepasst, so dass auf der Baustelle praktisch keine Abfälle anfallen.

Die ISOVER PB F Glaswolldämmplatte


Abgesehen vom Vakuum erzielt ruhende Luft die besten thermischen Dämm-eigenschaften. Durch ihre langfaserige Struktur kann ISOVER-Glaswolle unendlich viele Luftbläschen gefangen halten: Damit werden erstklassige Werte erreicht. 
Die ISOVER PB F Glaswolldämmplatten sind mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0.032 [W/(m K)] hochleistungsfähige Produkte, mit welchen die hohen Anforderungen des MINERGIE-Standards, nach welchen der Business Park Köniz gebaut wurde, erreicht werden.

Effiziente Energienutzung auch im Innern des Business Parks


Klare und einfache Strukturen finden sich auch im Inneren des Gebäudes. Durch die kubische Gliederung der Baukörper entstehen grosse Nutzungsflächen, welche in Form von Grossraumbüros Platz für 1900 Arbeitsplätze bieten. Für ein angenehmes Klima sorgt eine Komfortlüftung, ein weiterer Aspekt, welcher das MINERGIE-Zertifikat ausmacht. Die Komfortlüftung führt die verbrauchte Luft ab und ersetzt diese durch frische Luft, welche in den kalten Jahreszeiten durch die Wärme der Abluft vorgewärmt wird – so geht fast keine Energie verloren. Dadurch herrscht im Inneren des Gebäudes ein angenehmes Raumklima ohne Zugserscheinungen sowie eine ausgeglichene Luftfeuchtigkeit.

Circa 70% des jährlichen Wärmeenergiebedarfs werden mit einer Wärmepumpe abgedeckt. Als Primärenergiequelle dient die Aussenluft. Zur Spitzenlastdeckung und zur Erhöhung der Betriebssicherheit dient ein modulierter Gasheizkessel mit Kondensationswärmenutzung, welcher die übrigen 30% des Wärmeenergiebedarfs abdeckt. Die Wärmepumpe kann im «Umkehrbetrieb» als Kältemaschine verwendet werden und erlaubt einen bedarfsabhängigen Betrieb im Sinne einer rationellen Energienutzung.

Im Kopfteil des Gebäudes sind ein Restaurant und eine Cafeteria geplant. Zur Warmwasseraufbereitung dienen Wärmerückgewinnungsanlagen aus der Kälteanlage des Personalrestaurants sowie die Abwärmenutzung der Kälteproduktion im Serverraum – ein weiteres Element des Energiekonzeptes, welches als Nebenprodukt anfallende Energie konsequent wieder einsetzt und somit in der Gesamtbilanz Energie spart. Damit lässt sich eine für die Umwelt nachhaltige, aber auch eine ökonomische Bewirtschaftung erreichen.


Bauen in Rekordzeit


Der Totalunternehmer Losinger hat den Auftrag, innerhalb der Rekordzeit von 18 Monaten diesen Gebäudekomplex mit 35'000 Quadratmetern Bürofläche und Lagerräumen zu bauen. Am 23. März, nur etwa 14 Monate nach dem Spatenstich, fanden die Gäste der Saint-Gobain ISOVER AG ein bereits fast fertig isoliertes Gebäude vor, welches kurz vor dem Abbau der Gerüste stand – der ideale Moment, um sich den Fassadenanbau genau anzuschauen. Es scheint als Besucher unvorstellbar, dass sich in einem halben Jahr an diesem Ort voll funktionierende Büros befinden werden. Die kurze Bauzeit stellt einen enormen Effort dar und verlangt eine weitsichtige Planung.

Die Besucher der Baustellenführung konnten sich vor Ort davon überzeugen, dass man mit Saint-Gobain ISOVER AG als Partner verantwortungsvolles Bauen, höchster Arbeitskomfort und tiefe Bewirtschaftungskosten kombinieren kann.