Case Study

Haus Bäumle - Sanieren nach MINERGIE®- Standard

Architect
MLS, Maple Leaf Stadiums AG
Project manager
Flück Holzbau
Client
Martin Bäumle

Ohne Energie funktioniert nichts: Wir brauchen Energie für warmes Wasser, um uns fortzubewegen, Maschinen zu betreiben, am Computer zu arbeiten – die Liste lässt sich beliebig verlängern. Die effiziente Nutzung von Energie und das Erschliessen von neue Energiequellen ist ein umfangreiches Projekt von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft – aber nicht nur: jeder einzelne kann dazu beitragen.

Ein besonders hohes Sparpotenzial weisen alte Gebäude auf, die in den 60er und 70er-Jahren erbaut wurden. Das weiss auch Martin Bäumle, Nationalrat und Präsident der grünliberalen Partei der Schweiz: «Es reicht nicht, die neuen Häuser energieeffizient zu bauen. Es müssen auch die bestehenden Gebäude saniert werden, so dass sie möglichst wenig Energie verschleudern und die Umwelt nicht unnötig belasten». Bäumle selbst hat sein Haus, das 1978/79 erbaut wurde, einer sehr umfassenden Sanierung unterzogen. Im Oktober 2013 wurde das Einfamilienhaus mit dem PlusEnergieBau® Diplom des Schweizerischen Solarpreises ausgezeichnet.

Exemplarische Sanierung

Vier Monate wurden bei Martin Bäumle gebohrt, gehämmert und geschraubt: Dach, Fassade und Kellerdecke wurden mit ISOVER-Produkten zusätzlich gedämmt, der Wohnraum erweitert, die Fenster ersetzt, im ganzen Haus eine Komfortlüftung installiert, im Keller eine Wärmepumpe eingebaut und auf dem Dach eine Solaranlage montiert. Diese ist sowohl auf dem Süd- als auch auf dem Norddach installiert worden, was heute noch eher selten ist. «Die Photovoltaik-Anlage auf dem Nord-Dach erbringt pro Quadratmeter und Jahr Solarzellen-Fläche einen Ertrag von 60 Prozent gegenüber einem Quadratmeter Solarzellen auf dem Süd-Dach und produziert damit gleichviel Strom wie eine Solaranlage an einer Südfassade.», erklärt Architekt René Meier, Geschäftsführer der MLS, Maple Leaf Stadiums AG. Gelohnt hat sich nicht nur die Solaranlage auf der Nordseite, sondern die komplette Sanierung, die Ende 2011 beendet worden ist: «Der Energieverbrauch ist markant gesunken. Während ich vorher rund 2000 Liter Heizöl pro Jahr für die Raumheizung und das Warmwasser verbraucht habe, sind es jetzt noch etwa 3000 kWh Strom für die Wärmepumpe, was 300 Litern Heizöl entspricht – also sechs bis sieben mal weniger! Und dies auch im eher kalten Winter 2011/2012. Zudem produziert die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach mehr elektrische Energie als tatsächlich benötigt wird. Die Bilanz über das Jahr ist damit klar positiv», erklärt Martin Bäumle stolz. Dank der Wärmedämmung und der kontrollierten Lüftung ist auch das Wohnraumklima spürbar besser geworden. Die schleichende Kälte an Winterabenden im Wohnzimmer ist weg und im Badezimmer gehören beschlagene Spiegel der Vergangenheit an. Zudem bleibt die Temperatur im Dachgeschoss, dank der Dämmung, auch im Winter angenehm warm – und im Sommer wird es nicht mehr zu heiss.

MINERGIE ® Gebäude

Das sanierte Heim von Nationalrat Martin Bäumle ist MINERGIE® zertifiziert. Es zeichnet sich durch ausserordentliche Energieeffizienz und einen hohen Komfort aus, wozu die verarbeiteten ISOVER-Produkte massgeblich beitragen. ISOVER PHOENIX 032 Dämmplatten aus Recyclingglas sind mit einem Lambda-Wert von 0.032 w/m K besonders leistungsfähig. Bei Martin Bäumle wurden zwei Dämmschichten verlegt, wobei die erste Schicht zwischen vertikalen, die zweite zwischen horizontalen Ständerhölzern angebracht wurden, was eine hohe Dämmleistung erbringt.

Ein überzeugendes Gesamtkonzept

Martin Bäumle hat mit der Sanierung seines Eigenheims auch seine politische Haltung umgesetzt. Besonders gelohnt hat sich aus seiner Sicht das dahinterstehende Gesamtkonzept, da die umfassende Sanierung eines bewohnten Einfamilienhauses jeweils eine Herausforderung für die Bauherrschaft, für die Planer und für die Handwerker ist.

Checkliste

Zielsetzung
Modernisierung mit Minergiezertifizierung nach ökologischen Gesichtspunkten
Vergrösserung des Wohnzimmers

Kostenerfassung
Detaillierte Kostenermittlung, zum Teil nach Unternehmerofferten
Kostenberechnung für Optionen (Zusatzwünsche in drei Prioritätskategorien)

Technische Umsetzung
Erarbeitung der Ausführungs-Detaile
Überprüfung der vorgesehenen Konstruktionen auf Qualität, Erstellungskosten, Zeitaufwand, Ablauflogik und die praktische Umsetzung
Erarbeitung von Lösungsvarianten mit Bewertungskriterien

Bauprogramm
Zeitfenster Bauherrschaft (Ferien, Sessionen, sonstige Rücksichtnahmen)
Festlegung von zusammenhängenden Bauabläufen
Günstige Jahreszeit (Wetter, Verfügbarkeit Handwerker), Steuertechnische Überlegung


Um ein kostengünstiges, effizientes Arbeiten zu gewährleisten, und auch für die Bauherrschaft ein erträgliches Wohnen während der Modernisierungsarbeiten zu ermöglichen, wurde das Sanierungskonzept in drei Ausführungs-Etappen aufgeteilt. «Das mit der Bauherrschaft zusammen erarbeitete Gesamtkonzept war der „rote Faden“ für die generalstabsmässige Umsetzung der Gebäudesanierung.» erklärt Architekt René Meier. Die Vorausplanung in allen Bereichen war entscheidend für die Kosteneinhaltung, die termingerechte Ausführung und die qualitativ gute Arbeitsausführung. Dank dem Gesamtkonzept konnten auch unliebsame Überraschungen vermieden werden und für die Bauherrschaft war die Wohnsituation, wohl manchmal lärmig, aber trotzdem erträglich.